Das Water & Sound Festival unter der künstlerischen Leitung von Girisha Fernando widmet sich vom 23. Juli bis 1. August 2026 unter dem Leitmotiv „Waterways“ diesmal den Wasserwegen als Routen von Handel, Macht und kulturellem Austausch – von den historischen Kanälen der UNESCO-Welterbestadt Augsburg bis zu den Seerouten des Kolonialhandels. Diese Zusammenhänge möchte das Festival über Musik erfahrbar machen und präsentiert dazu Künstlerinnen und Künstler der aktuellen globalen Musikszene, „die Traditionen nicht museal bewahren, sondern in heutige Sounds weiterführen … So werden Wasserwege … hier und heute hörbar: als Wege von Migration, Erinnerung, Austausch und Erneuerung“, so der Festivalleiter.
Das Festivalprogramm mit Konzerten, Kunstprojekten, diskursiven Formaten und nicht zuletzt kontextualisierenden Programmheftartikeln bietet Einblicke in komplexe Zusammenhänge zwischen Geschichte, Ökonomie, Imperialismus und Natur. Einen musikalischen Höhepunkt bildet dabei der Abend „Waterways Re:Imagined“ am 30. Juli im Parktheater im Kurhaus in Göggingen. Er versammelt markante künstlerische Positionen zwischen globaler Musik, Soundart und Alternative Pop unter Mitwirkung der britischen Musikerin und Klangforscherin Laura Misch, der in den USA und Tamil Nadu aufgewachsenen und in südindischer klassischer Musik ausgebildeten Sängerin Ganavya sowie des britischen Autors Sathnam Sanghera, umrahmt vom Water & Sound Ensemble mit Musikern und Musikerinnen der Augsburger Philharmoniker und des Londoner Duos Balladeste.
Los geht es mit dem Musikprogramm aber schon am Freitag, dem 24. Juli, wenn unter anderem Daraa Tribes aus Marokko Gnawa, Amazigh, Sahara Blues und Rock zu einem mehrsprachigen Wüstengroove verbinden und die marokkanisch-brasilianische Sängerin und Gimbrispielerin Lala Tamar das musikalische Erbe jüdisch-marokkanischer Frauen mit einer Mischung aus Ritual, Tanzbarkeit und persönlicher Erzählung neu belebt.
Traditionell wird der Annahof mitten in der Stadt an zwei Abenden (Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August) zum offenen Treffpunkt für die diverse Stadtgesellschaft – Musik, Begegnung und Austausch mit Konzerten, Essens- und Infoständen von Augsburger Vereinen und Initiativen. Ein Höhepunkt ist dabei das Konzert der brasilianischen Sängerin Mari Froes, einer der spannendsten jungen Stimmen der neuen Música Popular Brasileira. Meral Polat wiederum verbindet anatolische Volksmusik, kurdische Lyrik, Blues und improvisatorische Freiheit. Am Samstag präsentieren dann The Cavemen aus Nigeria ihre elegante Highlife-Renaissance, Melina aus Frankreich und Griechenland „neo-traditional pop“ zwischen Oud, Rembetiko und orientalischen Klangfarben, bevor BCUC aus Soweto den Abend mit ihrer ekstatischen, rituellen Liveenergie zum kollektiven Erlebnis machen.
Alle Veranstaltungen (außer „Waterways Re:Imagined“) finden bei freiem Eintritt statt, für die Führungen und einige Veranstaltungen im Rahmenprogramm ist wegen begrenzter Platzkapazitäten eine vorherige Anmeldung empfehlenswert. Veranstalter ist das Kulturamt der Stadt Augsburg. Alle Infos und Programmpunkte von Konzerten über Ausstellungen und Installationen bis zu Lesungen, Panels, Welterbeführungen und der „Parade des Wasservogels“ finden sich im gedruckten Programmheft sowie auf www.waterandsound.de.









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